Felix im Garten

Felix hat jetzt einen Schrebergarten. Hier berichtet er, was ihm dort passiert.


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1.000 Gärten? 2.500!

logo_content_topIch hatte euch berichtet von dem Projekt „1000 Gärten – das Soja-Experiment.“ Gesucht wurden 1000 Gärten, die in diesem Jahr versuchsweise mehrere Sorten Soja anbauen. Hier in Deutschland. Damit soll herausgefunden werden, welche Sorten sich für den Anbau hierzulande eignen (oder die Basis für weitere Züchtungen sein können. Eine tolle Sache, wie ich finde.

Und nicht nur ich – es haben sich statt der erhofften 1000 Gärten ganze 2500 gefunden! Das ist Spitze! Umso mehr freut mich, dass auch tatsächlich alle 2500 teilnehmen können und in diesen Tagen ihre Saatgut-Portionen erhalten.

Das Projekt hat auch einen eigenen Blog.

Ich werde den Blog im Auge behalten und ab und an hier von dem Projekt berichten.


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Wer Saatgut züchtet, steckt viel Arbeit, Zeit und Geld in die Entwicklung neuer Sorten. Die großen Züchter investieren Jahre und Millionenbeträge in die Entwicklung neuer Sorten. Meistens geht es um verbesserte Sorten für den Anbau im großen Maßstab – die Züchtung für den Hausgarten ist vergleichsweise wenig lukrativ.

Das Problem für den Saatgutzüchter: Ist das Saatgut beim Bauern, kann der einen Teil der Ernte zurückbehalten und als Saatgut im nächsten Jahr verwenden. Ein jahrhunderte-altes Recht, das Nachbau genannt wird. Und eine kommerzielle Einbuße für den Züchter. Unter anderem deshalb gibt es heute so viele F1-Hybriden. Bei denen lohnt sich der Nachbau nicht, weil die nächste Generation in ihren Eigenschaften extrem ungleichmäßig ist.

Nun gibt es anscheinend großen Streit: Die Süddeutsche Zeitung titelt „Saatgut-Inkasso fordert Millionen von deutschen Bauern.“

Der Kleingärtner ist Zaungast.


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Web-Tipp: Gartenkalender

Stöbert ihr auch so gern in Gartenkalendern? In Gartenbüchern ist das immer das erste, was ich aufschlage. Es ist doch immer eine Inspiration dabei. Ein Gemüse, das man vielleicht auch mal versuchsweise anbauen möchte, eine Technik, die man noch nicht kannte, eine Design-Idee, die genau in den eigenen Garten passt.

Einen sehr ausführlichen Gartenkalender habe ich online beim Verlag W. Wächter gefunden. Der verweist da natürlich auch auf seine Produkte, aber das ist ja legitim. Der Gartenkalender ist aber frei abrufbar und meiner Meinung nach sehr ergiebig.

Gartenkalender

Viel Spaß beim Stöbern!


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Age of the Farmer

Unsere Zeit ist gesprägt davon, dass die große Mehrheit hierzulande und in der ‚westlichen‘ Welt in Städten lebt und ihr Essen aus dem Supermarkt bezieht. Nie hatten so wenige Menschen mit der Gewinnung von Nahrungsmitteln zu tun. Seltsam eigentlich, denn schauen wir mal in unsere Familien zurück, so lebten unsere Großeltern wohl bei den meisten auf dem Land.
Doch es gibt auch gegensätzliche Bewegungen, sei es der Boom von Magazinen wie LandIdee, seien es Garten-Blogs (ja!), seien es Workshops für Einkochen und Konservieren, die auch ihre Teilnehmer finden. Und es gibt junge Menschen, die wieder zurück aufs Land gehen, um dort Nahrungsmittel anzubauen.

Mir ist gerade ein sehr schön fotografierter Kurzfilm untergekommen, der sich eben diesen jungen Farmern (in den USA und Kanada) widmet. Seht selbst.


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1000 Gärten – Das Soja-Experiment

Hier ein Tipp an alle experimentierfreudigen Gärtner im Land: Dieses Jahr will der Tofu-Hersteller Taifun zusammen mit der Landessaatzuchtanstalt der Universität Hohenheim im ganzen Land den Anbau von 12 Soja-Sorten testen. Ziel ist es, eine Sorte zu finden bzw. zu entwickeln, die in Deutschland ausreichende Erträge bringt. Daraus soll dann Tofu hergestellt werden. Der Import von Soja für die menschliche Ernährung würde damit reduziert.

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Sicher eine lohnende Sache. Und auch für den Gärtner spannend – der die zwölf Sorten im Vergleich anbaut und Daten sammelt, die er dann dem Projekt zur Verfügung stellt. Nötig ist etwas Fläche, Experimentierfreude und die Bereitschaft, die Daten sorgfältig zu erheben. Mehr Infos und die Anmeldung gibt es auf der Projekt-Homepage: 1000 Gärten.

Dank an K. für den Hinweis. Und Kudos an unsere Verbandszeitschrift, die das Projekt in der letzten Ausgabe auf Seite 3(!) vorstellte.


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Kürbisgewächse und ihre Blüten

Zu den Kürbisgewächsen zählen eine ganze Reihe von Nutzpflanzen, von denen wohl in den meisten Gärten mindestens eine Sorte anzutreffen ist: Gurken, Zucchini, Kürbisse und Melonen. Bei den ersten beiden essen wir die unreifen Früchte mit nicht fertig ausgebildetem Kerngehäuse und noch weicher Haut. Die beiden letztgenannten sind reife Früchte mit harter Schale und fertigen Kernen.

Bei der Familie der Kürbisgewächse gibt es anscheinend einige Vielfalt bei den Blüten, aber für die im Garten kultivierten Sorten reicht es, sich eins zu merken: Die Pflanzen sind einhäusig getrenntgeschlechtig. Soll heißen: An derselben Pflanze (einhäusig) gibt es zwei Sorten von Blüten, männliche und weibliche.

Nur aus den weiblichen Blüten werden mal Früchte. Wie kann man die Blüten unterscheiden? Männliche Blüten haben einen eher dünnen, gleichmäßigen Stiel. Unter der weiblichen Blüte kann man schon die Mini-Ausgabe der Frucht erkennen. Also ist der Stiel dicker, manchmal erkennt man auch eine richtig runde Wölbung.

Zucchiniblüten

Zucchiniblüten

Hier im Bild meiner Zucchinipflanze ist das hoffentlich halbwegs zu erkennen. Die geöffnete Blüte links hat einen glatten Stiel, sie ist männlich. Ebenso die Knospe rechts daneben. In der Mitte des Bildes ist eine Knospe zu sehen, unter der erkennt man quasi schon eine Zucchini. Der Stiel ist deutlich rundlicher und die Blüte sieht aus wie aufgesetzt. Das ist die erste weibliche Blütenknospe an der Pflanze. Sofern die Schnecken nichts dagegen haben, wird das mal die erste Zucchini, die ich in diesem Garten ernte.

Wer jetzt etwas enttäuscht auf die männlichen Blüten seiner Zucchini/seines Kürbis schaut, sei mit einem Tipp versorgt: Die Blüten sind essbar, zum Beispiel in Backteig ausgebacken. So kann die erste Ernte doch schon von den männlichen Blüten kommen. Guten Appetit!


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Planung im Gemüsebeet

Featured Image -- 97This post is part of my Blogging U – Writing 101 assignments.

Es ist gar nicht so leicht, einen Garten zu planen. So viele Dinge spielen eine Rolle: Was ist schon da? Was hätte ich gern? Welche natürlichen Gegebenheiten gibt es, z.B. Sonnenschein und Geländeprofil? Wie viel Aufwand kann ich betreiben? Was gefällt mir eigentlich? Wie will ich den Garten nutzen, was ist praktisch? Will ich einen bestimmten Stil pflegen? Was soll das alles kosten?

Im Gemüsegarten ist es vielleicht ein bisschen einfacher. Immerhin sind viele Gemüse einjährig, ich kann mich also jedes Jahr neu probieren. Viele Gemüse kann man selbst aus Samen ziehen, das ist zum einen viel spannender als fertig gekauft, und zudem viel günstiger. Also nichts wie ran! Ein bisschen Planung muss trotzdem sein, deshalb möchte ich euch ein paar Gedanken mit auf den Weg geben, die ich für die Planung in diesem Jahr angestellt habe.

Womit kenne ich mich schon aus und was hat sich bewährt? Natürlich lohnt es sich, mit Bewährtem anzufangen, denn ein paar sichere Erfolge trösten auch mal über ein gescheitertes Experiment hinweg. Radieschen und Möhren sind bei mir solche Klassiker, ebenso wie Zwiebeln aus Steckzwiebeln (mit Aussaat hatte ich bislang wenig Glück) und auch Bohnen, Kürbis, Salat und Feldsalat. Die kommen dieses Jahr alle aufs Beet, ganz klar.

Stellt sich die nächste Frage: Wie viel darf es denn sein? Radieschen sind mit einem Happen im Mund, kein Problem. Bei den Bohnen stellen sich aber sofort Erinnerungen ein an Phasen im Garten, in denen es jeden Tag Bohnenpfanne geben musste, weil sie einfach gegessen werden mussten. Also kurz mal überschlagen, was man bewältigen kann. Einkochen oder einfrieren sind auch eine Möglichkeit, aber auch das kostet Zeit mitten im Sommer, wenn genug zu tun ist… Eine Lösung für mein Bohnen-Problem: Ich säe zwei mal im Abstand einiger Wochen. So habe ich länger Bohnen, aber keine Schwemme.

Womit willst du mal experimentieren? Nur Mut! Ich habe mir dieses Jahr Pastinaken ausgesucht. Die sind so ähnlich wie Möhren, sollte also kein Problem sein. Die Mexikanische Mini-Gurke wurde mir anempfohlen. Mit der kenne ich mich noch gar nicht aus, sie bekommt eine Chance. Meine Erfahrungen mit Spinat sind so gemischt, vielleicht wird es dieses Jahr besser. Ich probiere so viel aus, ich muss nicht traurig sein, wenn mal was nicht wächst wie erwartet. Immerhin sind wir Gärtner der Natur ausgeliefert, Boden und Wetter spielen eine wichtige Rolle, die wir nur bedingt beeinflussen können.

Was wohin? Wer mit wem? Im Moment habe ich eher schmale Beete, da habe ich wie folgt geplant: Eine große platzfordernde ‚Hauptkultur‘, z.B. die Tomaten pro Beet, und daneben, was eben noch passt und sich gut ergänzt. Oder was zeitlich passt. Mein Spinat wird längst gegessen sein, bevor die Gurke den Platz einfordert. Wenn der Salat abgeerntet ist, ist noch reichlich Zeit zur Aussaat von Endivien und Fenchel. So kann ich das Beet mehrfach nutzen – mehr Ernte für mich und gleichzeitig ist der Boden stets bedeckt. Das ist gut für die Bodenorganismen. Mein Tomatenbeet wird jetzt gerade vom Senf begrünt. Der wächst da nur, um den Boden zu bedecken und organische Masse zu bilden, die später meine Tomaten düngt. Das nennt sich Gründünger.

Damit ich meinen Plan nicht wieder vergesse, habe ich mir eine kleine Excel-Liste gemacht. Jede Zeile ist eine Reihe im Beet, jede Spalte ist eine Dekade. So kann ich planen, was wo wächst und wann das Beet wieder neu bestellt werden kann. Außerdem kann ich dann bei der nächsten Planung sehen, was sich bewährt hat und welches Gemüse vorerst aufgegeben wird zugunsten anderer Sorten, die ich mal ausprobieren will.